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Christine Nobel
Anmerkungen V

2025

2.777,87 €

Angaben zum Objekt

Die jüngste Ausstellung von Christine Nobel, Notes Cosmiques, übersetzt den Akt der Malerei in eine Art kosmische Notation. Nobel betrachtet Farbe nicht als statischen Farbton, sondern als Energie, die mit der ruhigen Beharrlichkeit eines Atems oder einer Flut über die Bildebene schwingt, kreist und kollidiert. Linien, Töne und Farbfelder vermischen sich wie bewegte Himmelskörper und erzeugen eine Bedeutung jenseits der Darstellung. Nobels Praxis ist methodisch und iterativ und basiert auf einer nachhaltigen Auseinandersetzung mit tonalen Beziehungen, räumlichem Rhythmus und der Phänomenologie des Sehens. Durch zarte Schichten aus Tinte, Acryl und Pigmenten zeichnet jedes Werk in Notes Cosmiques unsichtbare Geometrien nach und strahlt Muster aus, die sowohl strukturiert als auch unendlich wirken. In den elf Werken dieser Ausstellung streuen durchscheinende Farbschichten das Licht und bilden Schleier, die Nobels Bilder in ihrer wahrgenommenen Größe und Tiefe verändern. Aus der Nähe betrachtet, offenbart jedes Werk verschlungene Netze von Markierungen, visuelle Intervalle, die sich durch den Verlauf der Gemälde ziehen. Die dichteren Pigmente sorgen für Schwere und Kontrast, während der dynamische Pointillismus auf den Leinenoberflächen vibriert. Aus der Ferne betrachtet verdichten sich die Details um einen subtilen Brennpunkt, der ein Gravitationszentrum in einem Himmelsfeld andeutet. Diese Spannung zwischen Symmetrie, Mikro-Detail und Weite lädt zu einer hypnotischen Betrachtungsweise ein, bei der die anhaltende Aufmerksamkeit Oberflächen in Raum verwandelt und auf die frenetische Energie anspielt, die zwischen den Serien hin und her springt. Nobels Musterung ist eine Geste der organischen Symmetrie, die in der Natur und im Kosmos gleichermaßen zu finden ist. Ausgehend von Paul Klees Konzept der Farbe als "organisches Ganzes in Bewegung" (Das denkende Auge, 1961) erweitert Nobel diese Theorie in eine zeitgenössische Sprache der fließenden Abstraktion. Ihre Farbfelder scheinen zu atmen und erzeugen eine Bewegung und einen Rhythmus, der sowohl räumlich als auch zeitlich anmutet. Innerhalb dieser Bewegung verhalten sich die Pigmente wie Impulse, die durch Licht- und Schattenfelder schwingen und das Auge des Betrachters auf elliptische Bahnen führen, die an Planetenbahnen und den Schlag eines Herzens erinnern. Durch diese Verbindung von materieller und metaphysischer Untersuchung verwandelt Nobel die Abstraktion in einen Akt des Zuhörens. Ihre Gemälde bewegen sich eher in Frequenzen als in Gesten und fordern den Betrachter auf, langsamer zu werden und sich auf den Nachhall einzustellen, der sich von Werk zu Werk entfaltet. Notes Cosmiques entwirft einen Kosmos, der sowohl unendlich als auch innerlich ist und suggeriert, dass das, was auf den ersten Blick chaotisch erscheinen mag, in Wirklichkeit eine Harmonie ist, die sich jenseits des unmittelbar Sichtbaren entfaltet.

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