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Egron Sellif LundgrenRuhender Dromedar, 18611861
1861
9.500 €Einschließlich MwSt.
Angaben zum Objekt
Egron Sellif Lundgren (1815-1875) Schweden
Ruhender Dromedar, 1861
mit Weiß gehöhtes Aquarell
ungerahmt 21 x 29,2 cm (8 ¼ x 11 ½ in.)
gerahmt 40 x 48 cm (15 ¾ x 18 ⅞ in.)
Provenienz:
Verkauf, Stockholm, Bukowskis, 12. Dezember 1894, Los 42;
Signe und Ernst Trygger (1857-1943), Villa Trygger, Stockholm. Ernst Trygger war schwedischer Premierminister (1923-24), Außenminister (1928-30) und Universitätskanzler (1926-37); Eine schwedische Privatsammlung.
Literatur:
Förteckning på oljemålningar, aquareller och handteckningar m.m. av Egron Lundgren utställda i Akademien för de fria konsterna, 1876, no. 259.
Karl Asplund, Egron Lundgren, Vol. II, 1940, S. 40, Anmerkung 1, S. 166.
Ausgestellt:
Die Königliche Akademie, Egron Lundgren, 10. April 1876, Nr. 259.
Sveriges Allmänna Konstförening, Gedenkausstellung, Februar 1915, Nr. 70, Hvilande kameler (Besitzer Ernst Trygger).
Königliche Akademie, Svenska Akvareller (Schwedische Aquarellausstellung), 1925, Nr. 224, Vilande kameler (Besitzerin Signe Trygger).
Aufsatz:
Dieses zarte Aquarell, das während Lundgrens erster Reise nach Ägypten im Winter 1861-62 entstand, zeigt ein ruhendes Dromedar im Schatten von Gizeh. Die in transparenten Lavierungen mit einem Hauch von weißer Gouache gemalten Bilder fangen das intensive Wüstenlicht und die Atmosphäre mit einer bemerkenswerten Unmittelbarkeit ein. Das liegende Tier dominiert die Komposition, die in warmen Ocker- und Brauntönen vor einem kühlen, schattigen Hintergrund gehalten ist, während Lichter auf dem Sattel und dem Fell der Szene einen subtilen Glanz verleihen. Die ruhige Stille des Motivs spiegelt Lundgrens Sensibilität für die alltäglichen Motive des Orients wider, die er direkt vor Ort beobachtet und gemalt hat.
Lundgren reiste in Begleitung von zwei britischen Künstlern, Frank Dillon (1823-1909) und George Price Boyce (1926-1897), nach Ägypten. Sie mieteten zunächst ein Haus am Nil im Dorf Gizeh und lebten in einem, wie Lundgren es nannte, orientalischen Stil", bevor sie im Januar 1862 nach Kairo weiterzogen. Von dort aus erkundeten und malten sie die umliegende Landschaft, Denkmäler und das städtische Leben. Die Anwesenheit von Kamelen und Dromedaren in den alltäglichen Szenen rund um den Nil lieferte ihm natürliche Motive für seine Studien. Das vorliegende Aquarell gehört wahrscheinlich zu diesem Werk, in dem Lundgren scharfe Beobachtungen mit einer malerischen Frische verbindet, die ihn von den eher akademisch geprägten Studio-Orientalisten seiner Zeit unterscheidet.
Am 15. Januar schrieb Lundgren aus Kairo (G. Nordensvan, Egron Lundgren, Reseskildringar, anteckningar och bref, 1905, S. 248):
"Vårt fattiga lilla Gizeh med sina lerhus och palmer, tält och kameler snarare hviskar ännu om patriarkernas tidsålder och tycks vara så gammalt som Genesis. Glittrar den breda Nilen ännu såsom när Moses stod på dess strand, och i stilla kvällen, när fårskockar och getter, lägra sig nere vid vattenbrynet, sitta de trötta herdarna i aftonsolen så bruna som om de var var porfyrstoder, nyss uppgrävda från något underjordiskt tempel. Här flyger Ibis ännu över de tysta vattendragen i palmskogarna, och om natten går månen upp på den underligt klara stjärnhimmeln och tyckes liksom söka sin gamla Isis-dyrkan. De mysteriösa, uråldriga pyramiderna stodo hvar morgon där spöklika, gåtlika med den tomma öknen bakom sig, och det var därföre icke att undra på om dagen blev full af drömmar om långt förflutna tider." ("Unser armes kleines Gizeh mit seinen Lehmhäusern und Palmen, Zelten und Kamelen flüstert eher noch von der Zeit der Patriarchen und scheint so alt zu sein wie die Genesis. Glitzert der breite Nil noch so wie damals, als Moses an seinen Ufern stand? und am stillen Abend, wenn Schaf- und Ziegenhirten unten am Ufer lagern, sitzen die müden Hirten in der Abendsonne so braun, als wären sie Säulen aus Porphyr, die gerade aus einem unterirdischen Tempel ausgegraben wurden. Hier fliegt der Ibis noch immer über die stillen Wasserläufe in den Palmenhainen, und nachts geht der Mond am seltsam klaren Sternenhimmel auf und scheint seine alte Verehrung der Isis zu suchen. Die geheimnisvollen, uralten Pyramiden standen jeden Morgen gespenstisch und rätselhaft vor der leeren Wüste, und so war es kein Wunder, wenn der Tag von Träumen aus längst vergangenen Zeiten erfüllt war."
In En målares anteckningar (Das Tagebuch eines Malers), Vol. III, 1873, schreibt Lundgren ausführlich über seinen Aufenthalt in Ägypten. Seine Beschreibung des Hauses, das sie in Gizeh gemietet hatten, ist von großem Interesse, da sie zeigt, dass ausländische Künstler ein sehr komfortables Leben führten, wenn sie den Orient, auch abgelegene Gebiete, besuchten (S. 12):
"Vi tåga in och taga i besittning ett stort stenhus, som tillhörde Fuad el Pascha. Nilen sqvalpade upp mot ena sidan så att vi hade kunnat meta från fönsterna. Huset var för övrigt alldeles tomt, så att vi måste från Cairo låta hämta husgeråd, sängkläder, betjening, en kock med tillbehör och mycket, som icke omtalas i tusen och en natt, men som ändock är svårt att undvara. Det blev också nödvändigt att skaffa oss ett slags österländsk klädebonad för att kunna vara mer ogenerade, och såsom skydd mot solhettan lindades turbaner omkring hattarna; min var broderad med gult silke, som lyste likt guld. Vi redo på små smalbenta borickor [åsnor] med granna utstickande marokindsadlar, och var och en hade sin löpare efter sig. /Vårt hus låg , som sagt, alldeles ned vid flodbrädden och över porten hängde, enligt bruket i Egypten, skinnet af en stor krokodil, vilket tros, om icke medföra lycka åtminstone skrämma bort mycket ont och vara en talisman emot all slags förtrollning. Vi hade en portfaktare, Mahommed, en gammal gråskäggige Nubier, och dessutom två karlar, Ibrahim kammartjenare och Abdallah kock. / I övre våningen hade vi flera rymliga och ljusa rum med divaner och balkonger, ifrån hvilka utsikterna voro vidsträckta och vackra." (Wir marschieren ein und nehmen ein großes Steinhaus in Besitz, das Fuad el Pascha gehörte. Der Nil hat sich auf eine Seite geschwungen, so dass wir von den Fenstern aus zu zehnt angeln konnten. Das Haus war ansonsten völlig leer, so dass wir Haushaltsgeräte, Bettzeug, Diener, eine Köchin mit Zubehör und vieles mehr aus Kairo bestellen mussten, was zwar nicht in Tausendundeiner Nacht erwähnt wird, aber dennoch schwer zu entbehren ist. Es wurde auch notwendig, uns eine Art östliche Kleidung zu besorgen, um frecher zu sein, und als Schutz gegen die Hitze der Sonne wurden Turbane um die Hüte gewickelt; meiner war mit gelber Seide bestickt, die wie Gold glänzte. Wir waren auf kleinen schmalbeinigen Boricas [Eseln] mit ausladenden marokkanischen Sätteln bereit, und jeder hatte seinen Läufer hinter sich. / Unser Haus lag, wie ich schon erwähnte, am Fluss, und über dem Tor hing nach ägyptischem Brauch die Haut eines großen Krokodils, von der man glaubt, dass sie, wenn nicht Glück bringt, so doch zumindest viel Böses vertreibt und ein Talisman gegen alle Arten von Zauberei ist. Wir hatten einen Portier, Mahommed, einen alten, graubärtigen Nubier, und außerdem zwei Männer, Ibrahim, den Butler, und Abdallah, den Koch. / Im Obergeschoss hatten wir mehrere geräumige und helle Zimmer mit Diwanen und Balkonen, von denen aus man eine weite und schöne Aussicht hatte).
Die Reise nach Ägypten war eine wichtige Etappe in Lundgrens Karriere. Nachdem er sich bereits als Maler spanischer Szenen und als gefeierter Kriegsberichterstatter und Künstler während der indischen Rebellion einen Namen gemacht hatte, wandte er sich nun den Landschaften und Menschen des Nahen Ostens zu. Die orientalischen Motive, die er in Ägypten schuf, spiegeln die europäische Faszination für das Exotische und Antike wider, sind aber auch von einer Authentizität geprägt, die aus der direkten Begegnung und der Spontaneität des Aquarells entsteht.
Lundgrens internationale Karriere führte ihn von Studien in Paris und Rom zu langen Aufenthalten in Spanien und London, wo er die Schirmherrschaft von Königin Victoria gewann. Seine Meisterschaft im Aquarellieren brachte ihm 1864 die Wahl in die Royal Society of Painters in Water Colours ein, und seine Werke wurden sowohl in Schweden als auch im Ausland bewundert. Der Ägyptenaufenthalt von 1861-62 bereicherte sein Werk mit leuchtenden orientalistischen Motiven, von denen der Ruhende Dromedar ein schönes Beispiel ist. Das Gemälde wurde mehrfach in Schweden ausgestellt, u. a. in der Gedenkausstellung von 1915, und ist durch seine Provenienz mit der Trygger-Sammlung verbunden. Es überlebt heute sowohl als lyrische Wüstenstudie als auch als kulturelles Dokument von Lundgrens künstlerischen Reisen.
Referenzen
Egron Lundgren, En målares anteckningar (Das Tagebuch eines Malers), Bände. I-III, 1871-73.
Karl Asplund, Egron Lundgren, Vols. I-II, Stockholm, 1914-40.
J. L. Roget, A History of the Old Watercolour Society, Vol. II, London 1891.
G. Nordensvan, Egron Lundgren. Reseskildringar, anteckningar och bref, Stockholm, 1905.
Svenskt Biografiskt Lexikon, "Egron S. Lundgren".
Nationalmuseum, Svenska akvarellmålare under 1800-talet, Ausstellungskatalog, Stockholm 1981.
- Schöpfer*in:Egron Sellif Lundgren (1815 - 1875, Schwedisch)
- Entstehungsjahr:1861
- Maße:Höhe: 21 cm (8,27 in)Breite: 29 cm (11,42 in)
- Medium:
- Bewegung und Stil:
- Zeitalter:
- Zustand:Sehr guter Zustand. UV-geschütztes Kunst-Glas.
- Galeriestandort:Stockholm, SE
- Referenznummer:1stDibs: LU1445216918502
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