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Deutscher Louis XVI-Sekretär des späten 18. Jahrhunderts mit hervorragenden Intarsien, um 1790
16.400 €Einschließlich MwSt.
Angaben zum Objekt
Klassizistischer Aufsatzsekretär mit aufwändiger Intarsienarbeit
Süddeutschland
Walnuss und andere
Klassizismus um 1790
Abmessungen: H x B x T: 213 x 115 x 57 cm
Beschreibung:
Außergewöhnlich reich intarsiertes Möbelstück aus dem deutschen Klassizismus des späten 18. Jahrhunderts.
Das Möbelstück wird von extravaganten Intarsien dominiert. Die sich verjüngende Form der Beine, die in Messing-Sabots gefasst sind, wird durch entsprechende Einlegearbeiten betont. Die Lisenen sind mit Trompe-l'œil-Kanneluren eingelegt, Friese verlaufen ober- und unterhalb des Schreibfachs und Filetbänder sind in unglaublicher Fülle vorhanden.
Auf der Vorderseite des Schrankes befinden sich insgesamt neun große Intarsienfelder. Die ovalen Medaillons sind mit kunstvollen Blumenarrangements versehen.
Die optische Gliederung des kommodenartigen Sockels orientiert sich nicht an der Höhe der Schubladen, sondern wird durch die Intarsienarbeit bestimmt, die sich unabhängig von der Schubladenhöhe über zwei der drei querverlaufenden Schubladen erstreckt. Diese gestalterische Entscheidung unterstreicht sicherlich den Anspruch des Schöpfers, den Sekretär nicht einfach als Möbelstück, sondern als künstlerisches Werk geschaffen zu haben. Für diese Theorie spricht auch das Fehlen von Griffen, die das Bild gestört hätten, und sogar das Fehlen eines Schlosses in der zweiten Schublade von unten, die sich nur öffnen lässt, wenn man die darunter liegende Schublade vorher ein Stück herauszieht.
Eine Landschaft mit Flüssen und Ruinen erscheint als zentrales Motiv des beschriebenen Ortes. Dem Geschmack des Klassizismus entsprechend waren Ruinen ein beliebtes Motiv, da sie an die großen architektonischen Leistungen der Antike und vergangener Epochen erinnerten.
Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den Intarsien in der zylindrischen Schreibklappe. Auch hier treffen wir auf historische Architektur: links eine burgähnliche Anlage, rechts eine Gruppe von Fachwerkhäusern.
Im Vordergrund, auf einem Hügel vor dem Fluss, ist eine kleine Gruppe von Figuren zu erkennen. Die fein eingravierten Gesichtszüge der Figur links sind auf einem der Detailfotos gut zu erkennen.
Besonders hervorzuheben ist die Qualität der Feuerschattierungen, die sowohl den architektonischen Szenen als auch den umgebenden Blumenarrangements eine dreidimensionale Wirkung verleihen.
Das eintürige Oberteil des Möbelstücks hat drei hochrechteckige Platten mit Eckblättern. Auf dem risalitartig vorspringenden Mittelteil sehen wir ein auf einem breiten Sockel stehendes Denkmal mit einer Urnenvase, die auf einer kannelierten Säule steht.
Ein mit ausgebreiteten Flügeln sitzender Adler bewacht das Denkmal, dessen von reifen Früchten umgebene Figur im Medaillon möglicherweise auf den Auftraggeber des Möbelstücks hinweisen könnte.
Eine flache Schublade, die durch einen versteckten Auslöser geöffnet wird, ist im Gesims über dem Mittelteil verborgen. Diese geheime Schublade wurde wahrscheinlich bei einer älteren Restaurierung hinzugefügt.
Öffnet man das Zylinderschloss, sieht man eine geräumige Schreib- und Arbeitsfläche mit vier Schubladen und drei offenen Fächern.
Hier, optimal vor Sonnenlicht geschützt, vermittelt die originale, sehr gut erhaltene Grünfärbung der Umrahmung der Schreibfläche einen Eindruck von der reichen Farbigkeit, in der das gesamte Möbelstück einst gestaltet war.
Der Grünton ist auch auf der Innenseite des Deckels gut erhalten, ansonsten sind die ursprünglichen leuchtenden Farben der Blumen, das Blau des Himmels und die Farbenpracht der Landschaften im Laufe der rund 250 Jahre seit der Herstellung des Möbels allmählich verblasst.
Der Sockel des Möbelstücks wurde in der klassischen Galeriebauweise hergestellt: Die Beine dienen als Stützpfosten, in die starke Bretter eingestemmt werden, die die Seiten und die Rückwand bilden. Betrachtet man das Foto, das die Rückwand des Möbelstücks zeigt, so fällt auf, dass der untere Teil aus einem einzigen, breiten Holzbrett besteht. Dies ist ungewöhnlich und spricht für die hohe Qualität des verwendeten Materials. Es wurde kein minderwertiges oder gar Abfallholz verwendet, wie es bei Rückwänden oft der Fall ist, sondern durchweg bestes Eichenholz.
Wissenswertes:
Ursprünglich waren die Intarsien sicherlich alle in leuchtenden Farben gehalten, und die damalige Farbigkeit der Möbel stand in starkem Kontrast zu ihrem heutigen Aussehen.
Dass Intarsien im 18. Jahrhundert nicht nur aus verschiedenfarbigen Hölzern bestanden, sondern oft auch gefärbt waren, ist in zahlreichen historischen Rezeptbüchern dokumentiert. Die so genannte "peinture en bois", die "Holzmalerei", war unter den Ebenholzkünstlern der damaligen Zeit weit verbreitet.
Der natürliche Alterungsprozess - beschleunigt durch Sonnenlicht und Umwelteinflüsse - ließ die Farbstoffe verblassen oder ganz verschwinden, so dass heute auf den meisten Möbeln nur noch Spuren dieser Farbnuancen zu sehen sind.
Die Färbetechniken waren mit erheblichem Aufwand verbunden und wurden von den Schreinern streng gehütet. Nussbaum diente als übliches Grundfurnier, Ahorn wurde gefärbt: Neben einheimischen Pflanzenfarben wurden auch exotische Hölzer und Wurzeln zur Herstellung des Färbesuds verwendet. Diese Färbemittel wurden im Kolonialwarenhandel zu ähnlichen Preisen wie Pfeffer oder Tee gehandelt.
Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts begannen Chronisten, die Verfahren zur Herstellung und Färbung von Intarsien systematisch zu dokumentieren. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Zeitgeschmack jedoch bereits gewandelt: Die Intarsienkunst verlor an Bedeutung, einfachere Formen des Klassizismus und später des Empire und Biedermeier setzten sich in den Kunstzentren Europas durch. In den ländlichen Regionen hingegen dauerte die Tradition der farbigen Intarsien noch länger an.
Sowohl die arbeitsintensive Verarbeitung als auch die mitunter kostspieligen Farbstoffe machten Möbel wie das hier angebotene schon damals zu teuren Kunstwerken, die sich nur der Adel, hochrangige Kirchenbedienstete oder das gehobene Bürgertum leisten konnten.
Bedingung:
Restauriert und authentischen Zustand geeignet für den täglichen Gebrauch mit einem schönen Alter Patina.
Ähnlich aufwendige Intarsienarbeiten sind aus dem deutsch-französischen Grenzgebiet bekannt. Bitte beachten Sie die folgende Literatur:
Kreisel / Himmelheber - Die Kunst des deutschen Möbels - Band III - Klassizismus - Historismus - Jugendstil Abb. 169 und folgende
und:
Françoise Lévy-Coblentz - L'Art du meuble en Alsace au siècle des Lumières S. 330 Abb. CXL
Arbeiten dieser Art sind auch aus dem Großraum Augsburg bekannt:
Christoph Graf von Pfeil - Die Möbel der Residenz Ansbach von. S. 276
Mehr über das Färben von Holz erfahren Sie in dem folgenden Fachbuch:
Stefan Baumeier - Feine Möbel aus Westfalen ab S. 101
- Maße:Höhe: 213 cm (83,86 in)Breite: 115 cm (45,28 in)Tiefe: 57 cm (22,45 in)
- Stil:Louis XVI. (Aus dem Zeitalter)
- Materialien und Methoden:
- Herkunftsort:
- Zeitalter:
- Herstellungsjahr:1790
- Zustand:Neu lackiert. Abnutzung dem Alter und der Nutzung entsprechend. Restauriert und authentischen Zustand geeignet für den täglichen Gebrauch mit einem schönen Alter Patina.
- Anbieterstandort:Greven, DE
- Referenznummer:1stDibs: LU5419248336862
Anbieterinformationen
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